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Stadtspaziergang durch Berlin

 

 

Vorbei an den Weinbergen von Kreuzberg


Samstag, 14. Januar 2012
Der Südstern mit seiner neugotischen Kirche ist Ausgangspunkt unseres Spaziergangs. Wir sind auf der Suche nach Spuren vergangener Weinanbautradition und verstorbener Prominenter. Es geht die Bergmannstraße entlang, die bis 1837 Weinbergsweg hieß.

Bereits 1831 wurde dort der Alte Luisenstädtische Friedhof (1.) auf einem unrentablen Weinberg angelegt. Reichskanzler Gustav Stresemann (1878-1929) fand dort seine letzte Ruhe. Nach einem Abstecher über den Friedhof führt unser Weg zum stets belebten Marheinekeplatz mit der Passionskirche. Das zwischen 1905 und 1908 erbaute neuromanische Gebäude zeichnet die Form eines griechischen Kreuzes nach. Der Kiez rund um die Bergmannstraße präsentiert sich als weitgehend erhaltenes Gründerzeit-Viertel mit Stuckfassaden, Einzelhandelsläden und Restaurants. Wir gehen die Bergmannstraße weiter, überqueren den Mehringdamm und biegen links in die Methfesselstraße ab. Dort befand sich einst die Villenkolonie "Wilhelmshöhe". In den nicht mehr existierenden Häusern sieben und zehn

entwickelte der Wissenschaftler Konrad Zuse den ersten Computer der Welt. Im heutigen Viktoriapark wurde im 15. Jahrhundert Wein angebaut, bis zur so genannten kleinen Eiszeit. Der Bezirk Kreuzberg belebte die Weinanbau-Tradition 1968 wieder und erntet seitdem etwa 800 Kilo Trauben pro Jahr für den Hauswein Kreuz-Neroberger. Auf dem 66 Meter hohen ehemaligen

Weinberg steht heute das von Karl Friedrich Schinkel entworfene Nationaldenkmal im Stil einer gotischen Kirche. Es soll an die Befreiungskriege (1813-15) gegen Napoleon erinnern. Das Kreuz auf der Turmspitze gab dem Berg und später dem Bezirk seinen Namen. Wir verlassen den Park an der Großbeerenstraße, laufen geradeaus zur Hagelberger Straße. Etwa in der Mitte der Straße

befindet sich die Tabak-Manufaktur "Planta", schräg gegenüber der Durchgang zu Riehmers Hofgarten. Wir durchschlendern die denkmalgeschützte Wohnanlage, die Ende des 19. Jahrhunderts von Wilhelm Riehmer entworfen wurde, gehen die Yorckstraße bis zur Kreuzung Mehringdamm

entlang und biegen links ab. Nach etwa 150 Metern erreichen wir das Finanzamt Kreuzberg. Die Fassade erinnert an ein mittelalterliches Kastell. Von 1853 an diente das Gebäude als Kaserne des königlichen Garde-Dragoner-Regiments. Unser Spaziergang endet gegenüber auf dem Friedhof der Jerusalemkirche, wo Adalbert von Chamisso, E.T.A. Hoffmann, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Karl von Siemens begraben sind. Text: Auszugsweise aus Berliner Morgenpost. Foto: Klaus Tolkmitt. Foto von oben nach unten: In der Methfesselstraße entwickelte Konrad Zuse den ersten Computer. Der 66 Meter hohe Kreuzberg gibt den Blick frei auf den Alexanderplatz mit dem Fernsehturm. Wilhelm Riehmers Wohnanlage steht unter Denkmalschutz. Auf dem Friedhof der Jerusalemkirche liegt Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy begraben.

 

Felix Mendelssohn Bartholdy
Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy (* 3. Februar 1809 in Hamburg; † 4. November 1847 in Leipzig) war ein deutscher Komponist, Pianist und Organist. Er gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik, weltweit erster Dirigent in heutiger Funktion und Gestalt, Gründer der ersten Musikhochschule in Deutschland und „Apostel“ der Werke Händels und J. S. Bachs.
Felix Mendelssohn Bartholdy entstammte der angesehenen und wohlhabenden bürgerlichen jüdischen Familie Mendelssohn. Väterlicherseits war er ein Enkel des bedeutenden Philosophen Moses Mendelssohn (1729–1786). Sein Vater Abraham (1776–1835) trat nach einer Bankkaufmannslehre 1804 als Kompagnon in die Bank seines älteren Bruders Joseph ein. Seine Mutter Lea, geborene Salomon (1777–1842), kam aus einer Fabrikantenfamilie. Nach der Heirat

1804 zogen Abraham und Lea Mendelssohn von Berlin nach Hamburg. Im Jahr 1805 wurde Felix' musikalisch begabte Schwester Fanny (ab 1829 Fanny Hensel) geboren. Alle Kinder Abraham Mendelssohns wurden christlich erzogen und am 21. März 1816 von Johann Jakob Stegemann, dem Pfarrer der Reformierten Gemeinde der Berliner Jerusalems- und Neuen Kirche, in einer Haustaufe protestantisch getauft. Bei dieser Gelegenheit erhielt Felix seine Taufnamen Jakob und Ludwig. Darüber hinaus wurde dem Familiennamen der „christliche“ Name Bartholdy beigefügt, den Leas Bruder, der preußische Gesandte in Rom, Jakob Salomon, bei seiner Taufe nach dem Namen des Vorbesitzers eines Gartens der Familie angenommen hatte. Abraham und Lea Mendelssohn Bartholdy konvertierten schließlich 1822 zum Christentum. Im April 1829 reiste Mendelssohn erstmals nach London und wurde enthusiastisch aufgenommen. Seinen ersten Auftritt vor englischem Publikum hatte er bei einem der Konzerte der Philharmonic Society, bei dem er am 25. Mai seine Sinfonie c-Moll vom Klavier aus dirigierte. Am 30. spielte er auswendig Webers Konzertstück, am 25. Juni Beethovens Klavierkonzert Es-Dur (das vorher noch nicht in England aufgeführt worden war) und erstmals die Sommernachtstraum-Ouvertüre. Der Besuch in England bildete den ersten Teil eines umfassenden Reiseprogramms, das ihn sein Vater in alle wichtigen Kunstzentren Europas durchführen ließ. Als er während seiner Rückkehr im Oktober 1831 durch München kam, komponierte und spielte er sein Klavierkonzert g-Moll und nahm einen (nie erfüllten) Auftrag für eine Oper am Münchner Theater an. Nachdem er in Stuttgart, Frankfurt am Main und Düsseldorf Halt gemacht hatte, kam er im Dezember nach Paris. Hier verbrachte er vier Monate, frischte die alten Bekanntschaften von 1825 wieder auf und hatte engen Kontakt mit Liszt und Chopin. Am 23. April 1832 war er wieder in London, wo er bei den Philharmonic Concerts zweimal sein Konzert g-Moll gab, an der Orgel in St. Paul’s spielte und den ersten Band seiner Lieder ohne Worte veröffentlichte. Im Jahr 1843 gründete Mendelssohn in Leipzig das Conservatorium – die erste Musikhochschule Deutschlands – und eröffnete es am 3. April in den Gebäuden des Gewandhauses. Im selben Jahr wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig ernannt. Wie ein Schock wirkte die Nachricht vom Tod seiner Schwester Fanny. Er zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück und machte mehrere Monate Urlaub in der Schweiz und in Süddeutschland. In Leipzig erlitt er einen ersten Schlaganfall. Nach einem weiteren Schlaganfall verlor er das Bewusstsein und verstarb am 4. November 1847 um 21:24 Uhr. Sein Wohn- und Sterbehaus in der Königsstraße (heute Goldschmidtstraße 12) in Leipzig ist als Mendelssohn-Haus heute ein Museum und wurde als Ort von nationaler Bedeutung in das Blaubuch der Bundesregierung aufgenommen. Mendelssohn wurde auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof I in Berlin-Kreuzberg neben seiner Schwester Fanny und weiteren Familienangehörigen beigesetzt. Die Grabstätte ist ein Ehrengrab der Stadt Berlin. Text: auszugsweise aus Wikipedia. Foto: Felix Mendelssohn-Batholdy auf einem Gemälde von Eduard Magnus.

 

 

 Von Bellevue aus durch den Süden Moabits

Unser Spaziergang beginnt am S-Bahnhof Bellevue. Er grenzt an den gleichnamigen Park mit dem Bundespräsidialamt und

der Residenz des Bundespräsidenten. (Bild 1) Wir gehen in nördlicher Richtung über die Bartningallee und die Moabiter Brücke nach Süd-Moabit.

Hinter der Brücke aus Sandstein mit Tierskulpturen und schmiedeeisernen, von Karl Friedrich Schinkel entworfenen Leuchten führt rechts ein Weg an der Spree entlang. Einige Meter weiter passieren wir den Neubau des Bundesinnenministeriums. (BIld 2)  Am Bootssteg in der Spree ankert die "Aida", eine 1930 in Stockholm gebaute edle Motoryacht.

Auf dem Weg von der Spree zur Straße Alt-Moabit kommen wir an dem langgestreckten Klinkerbau der ehemaligen Meierei C. Bolle (Bild 3) vorbei. Von hier aus wurde von 1886 an Berlin und Umgebung mit Frischmilch und Milchprodukten versorgt. Jetzt sind in dem sanierten Industriebau Firmen und Restaurants untergebracht. Auf der Straße Alt-Moabit gehen wir in östlicher Richtung an der von Karl Friedrich Schinkel entworfenen St. Johannis-Kirche (Bild 4) in Richtung Wilsnacker Straße. Die Grünanlage linkerhand trägt den etwas großspurigen Namen "Kleiner Tiergarten", ist sie doch mit dem "Großen Tiergarten" südlich der Spree in keiner Weise vergleichbar.

An der Wilsnacker Straße befindet sich einer der Eingänge zur Untersuchungshaftanstalt Moabit sowie dem Amts- und Kriminalgericht Tiergarten, (Bild 5) dessen imposanter Haupteingang um die Ecke an der Turmstraße 91 liegt. Das Kriminalgericht gilt als größter Gerichtsstandort Europas. Die Turmstraße entlang geht es nun in westlicher Richtung. Wir kommen am ehemaligen Krankenhaus Moabit vorbei, wo sich

verschiedene Kliniken und Firmen aus dem Gesundheitsbereich angesiedelt haben. Dahinter biegen wir rechts in die Lübecker Straße ab. Nach hundert Metern erreichen wir das Geburtshaus von Kurt Tucholsky (1890-1935). Eine

Gedenkplatte erinnert an den Schriftsteller.

An der Ecke Stromstraße befindet sich das Gelände der ehemaligen Schultheiss-Brauerei, mit Sportcenter, Firmen und einer Restauration im ehemaligen Sudhaus. Die Turmstraße entlang in östlicher Richtung liegt das Rathaus Tiergarten, dahinter die Arminius-Markthalle. 2010 wurde sie mit neuem Konzept (Essen, Genuss, Lifestyle) wiedereröffnet. An der Heilandskirche führt die Thusnelda-Allee vorbei, mit rund 50 Metern die kürzeste Allee Berlins. Geradeaus gehen wir durch die Krefelder Straße zum Bundesratsufer und zum schönen Uferweg entlang der Spree. An Gründerzeithäusern sowie Neubauten aus Stahl und Glas vorbei geht es dann zurück zur Moabiter Brücke und dem S-Bhf. Bellevue.

 

 

 

Text: Berliner Morgenpost

Fotos: Klaus Tolkmitt

 

Bilder von oben nach unten: 1) Die Residenz des Bundespräsidenten. 2) In einem der Rundtürme am Spreebogen ist das Innenministerium untergebracht. 3) Die ehemalige Meierei Bolle. 4) Die von Baumeister Karl-Friedrich Schinkel entworfene St. Johannis-Kirche. 5) Das Kriminalgericht Berlin. 6) Das Geburtshaus von Kurt Tucholsky. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Boulevard der Stars

Der Bürgermeister schnitt das Band durch als der Boulevard der Stars seine neuen Sterne einweihte.
Til Schweiger auf den Boulevard der Stars
Til Schweiger wurde mit einem Goldenen Stern gewürdigt. © dpa

Der Boulevard der Stars am Potsdamer Platz in Berlin ist am Montag, den 05. 09. 2011 mit 21 neuen Sternen wieder eröffnet worden. Der Regierende Bürgemeister Klaus Wowereit (SPD) schnitt feierlich das Goldene Band durch. Mehrere Prominente waren gekommen, um persönlich mit ihrem Stern zu posieren.

 

61 Sterne auf saniertem Boulevard

Ähnlich wie beim Walk of Fame in Hollywood werden auf dem Berliner Boulevard der Stars am Potsdamer Platz Filmschaffende auf einem 320 Meter langen Boulevard mit einem Stern geehrt.

Bislang schmückten 40 Sterne den Boulevard, nun glänzen die Namen von 61 Stars auf dem frisch sanierten roten Boulevard. Eine Jury hatte kürzlich aus 284 Vorschlägen 20 weitere Film- und Fernsehkünstler ausgewählt, die mit einem Stern geehrt werden sollen. Erst der Protest von Fans hatte Rainer schließlich den 21. neuen Stern auf dem roten Boulevard verschafft. Das jährlich wachsende Denkmal zwischen Berliner Filmhaus und Berlinale ist zunächst auf 160 Sterne ausgelegt.

Der Boulevard ist ausdrücklich auch jenen Künstlern gewidmet, die von den Nazis vertrieben wurden oder Widerstand gegen das Regime leisteten: Der erste Stern des deutschen «Walk of Fame» war Marlene Dietrich gewidmet, die während des Zweiten Weltkrieges für amerikanische Soldaten bei der Truppenbetreuung auftrat.

Begegnung mit dem Star

Neben Stars wie Romy Schneider, Götz George und dem kürzlich verstorbenen Vicco von Bülow (Loriot) würdigt der Boulevard auch die Berufe im Hintergrund der Filmindustrie: Cutter, Autoren, Regisseure, Entertainer, Produzenten, Kameramänner und Komponisten von Filmmusik.

Zum Erlebnis wird der Boulevard durch mehrere, fest verankerte Spezial-Kameras: Blickt man hindurch, scheint der jeweilige Star über seinem Messingstern zu schweben. Auch ein Foto mit Marlene Dietrich, Romy Schneider oder Mario Adorf und ihren Kollegen ist so möglich. Außerdem lassen sich die in den Sternen eingravierten Autogramme mit Stift und Papier abpausen.

Fotos 2- bis 5: Klaus Tolkmitt

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer einen Stern bekommt

Neue Sterne gibt es nun für:
- Die Regisseure Ernst Lubitsch, Wolfgang Staudte, Frank Beyer, Werner Schroeter, Eberhard Fechner, Bernd Eichinger und Fatih Akin.
- Die Schauspieler Emil Jannings, Luise Rainer, Klaus Kinski, Liselotte Pulver, Senta Berger, Anke Engelke, Martina Gedeck, Jutta Hoffmann, Ulrich Mühe und Til Schweiger.
- Filmkritiker Siegfried Kracauer, Kameramann Jost Vacano, Produzent Erich Pommer sowie den Komponisten Hans Zimmer.

 

 

 

 

 

 

 

 

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