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Das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen in Berlin

Auf dem Gelände der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit befindet sich seit 1994 eine Gedenkstätte. Seit Juli 2000 ist diese eine selbständige Stiftung öffentlichen Rechts. Die Gedenkstätte hat die gesetzliche Aufgabe, die Geschichte der Haftanstalt Hohenschönhausen in den Jahren 1945 bis 1989 zu erforschen, über Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen zu informieren und zur Auseinandersetzung mit den Formen und Folgen politischer Verfolgung und Unterdrückung in der kommunistischen Diktatur anzuregen. Am Beispiel dieses Gefängnisses soll sie zugleich über das System der politischen Justiz informieren.

Da große Teile der Gebäude und der Einrichtung fast unversehrt erhalten geblieben sind, vermittelt die Gedenkstätte ein sehr authentisches Bild des Haftregimes in der DDR. Wegen ihrer geografischen Lage in der Bundeshauptstadt gilt sie als einer der wichtigsten Erinnerungsorte für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland. In der Regel führen ehemalige

Häftlinge Besucher durch das Gefängnis und informieren sie über die Haftbedingungen und Verhörmethoden des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist ein Ergebnis der friedlichen Revolution in Ostdeutschland: Wären die Bürger der DDR nicht im Herbst 1989 auf die Straße gegangen und hätten freie Wahlen erzwungen, wäre das Gelände vermutlich noch heute Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit.

Ehemalige Häftlinge setzten sich Anfang der 1990er Jahre dafür ein, am Ort der Haftanstalt eine Gedenkstätte zu schaffen. 1992 wurde das Gefängnisareal daraufhin unter Denkmalschutz gestellt.

1994 wurde es erstmals für Besucher zugänglich gemacht. Im Dezember 1995 bildete die Berliner Senatsverwaltung für Kultur eine Stiftung in Gründung, mit der die institutionalisierte Arbeit der Gedenkstätte ihren Anfang nahm. Zum Komplex der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen gehören mehrere Gebäude: die ehemalige Großküche, die nach 1945 als Lager und in den 1950er Jahren als Untersuchungshaftanstalt diente (Altbau); der neue, 1961 fertiggestellte dreistöckige Gefängnisbau mit angegliedertem Vernehmertrakt (Neubau); das mehrfach erweitere Haftkrankenhaus des Staatssicherheitsdienstes; der so genannte Werkstatthof mit Unterkünften und Werkstätten für etwa 25 männliche

Strafgefangene, die dort handwerkliche Arbeiten verrichten mussten; ein ausgedehnter Garagentrakt für die Fahrzeuge der Beschäftigten sowie die äußeren Befestigungsanlagen mit drei Wachtürmen, einer Fahrzeugschleuse und einer vier Meter hohen, stacheldrahtbewehrten Mauer.

Foto von oben nach unten: Das Gefängnis ist heute eine Gedenkstätte. Zum Teil liegen die Zellen für die Häftlinge im Keller und hatten keine Fenster. Deshalb nannte man den Trakt auch U-Boot. Das Beispiel einer Zelleneinrichtung. Der "neutrale" Gefangentransporter und ein typisches "Vernehmerzimmer" .  Foto: Klaus Tolkmitt. Text: auszugsweise Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

 

Öffentliche Führungen für Einzelpersonen und Kleingruppen bis zu sechs Personen ohne Voranmeldung, Genslerstr. 13 A, 13055 Berlin-Hohenschönhausen
•  Montag bis Freitag 11.00, 13.00 und 15.00 Uhr
•  Samstag/Sonntag/Feiertage stündlich zwischen 10.00 Uhr und 16.00 Uhr
•  Englischer Rundgang: Mittwoch, Samstag und Sonntag 14.30 Uhr
•  Besichtigung des Haftkrankenhauses jeden Mittwoch 13 Uhr
•  Besichtigung des "Grotewohl-Express" jeden Donnerstag im Rahmen der 13-Uhr-Führung

Eintritt:  Normaltarif 5,00 Euro
Ermäßigt *) 2,50 Euro
Schüler 1,00 Euro.

*) Studenten, Auszubildende, Senioren, Schwerbehinderte, Sozialhilfeempfänger, Erwerbslose, Wehr- und Ersatzdienstleistende sowie Inhaber der Berlincard.

 

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foto@auetal-press.info